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05.03.2026

Sicherheitsbeauftragte: Aufgaben und Nutzen

Sicherheitsbeauftragte: Aufgaben und Nutzen
www.istockphoto.com; Ljupco

Nach dem Vorhaben der Bundesregierung im Rahmen der Entbürokratisierung die Anzahl der Sicherheitsbeauftragten zu kürzen, gibt Gerhard Kuntzemann, Leiter des Sachgebiets »Sicherheitsbeauftragte« bei der DGUV Unternehmen gute Argumente FÜR Sicherheitsbeauftragte an die Hand. Hier die wesentlichen Inhalte des Artikels bei Arbeit & Gesundheit:

Die Rolle der Sicherheitsbeauftragten ist für Unternehmen von großem Nutzen, da sie als unverzichtbare Multiplikatoren für sicheres und gesundes Verhalten im Betriebsalltag fungieren. Sicherheitsbeauftragte stammen aus dem Kollegenkreis und engagieren sich ehrenamtlich neben ihrer eigentlichen Tätigkeit. Dieser kollegiale Bezug und die unmittelbare Präsenz vor Ort ermöglichen es ihnen, ihre Vorbildfunktion wahrzunehmen und sofort auf erkannte Unfall- und Gesundheitsgefahren aufmerksam zu machen. Sie überwachen dabei auch, ob die vorgeschriebenen Schutzvorrichtungen und -ausrüstungen ordnungsgemäß benutzt werden.

Ein wesentlicher Vorteil für den Betrieb liegt in der ständigen Verfügbarkeit der Sicherheitsbeauftragten während der üblichen Arbeitszeiten, wodurch sie im Bedarfsfall sofort reagieren können, beispielsweise wenn ein Kollege sich nicht sicherheitskonform verhält. Sie stehen der Belegschaft und der Unternehmensleitung jederzeit für Fragen zum Arbeitsschutz zur Verfügung.

Besonders in Kleinbetrieben mit bis zu 50 Beschäftigten sind Sicherheitsbeauftragte von Bedeutung, da sie dort oft die einzigen Personen sind, die eine Qualifizierung im Arbeitsschutz besitzen. Obwohl die Verantwortung für Arbeitsschutz klar bei den Führungskräften liegt, unterstützen Sicherheitsbeauftragte diese maßgeblich bei Aufgaben wie der Vorbereitung oder Durchführung von Unterweisungen. Diese unterstützende Tätigkeit entlastet die Führungskräfte, die ansonsten diese Aufgaben selbst erledigen müssten. Zudem dienen Sicherheitsbeauftragte als wichtige Brückenköpfe für externe Arbeitsschutzakteure, wie Fachkräfte für Arbeitssicherheit, die oft nur sporadisch im Betrieb sind.

Unternehmen profitieren durch einen Return on Investment (ROI), da Sicherheitsbeauftragte eine Kultur der Prävention in den Betriebsalltag integrieren und Kolleginnen und Kollegen dafür sensibilisieren. Auf der Habenseite sind demnach weniger Unfälle, weniger berufsbedingte Erkrankungen und damit weniger Ausfälle und Kosten zu verzeichnen. Die Kosten für die Qualifizierung der Sicherheitsbeauftragten werden in der Regel vom jeweiligen Unfallversicherungsträger übernommen.

Die Sicherheitsbeauftragten müssen über soziale Kompetenz und eine gute Beobachtungsgabe verfügen, um unsichere Verhaltensweisen und Arbeitsabläufe zu erkennen und in ihrem Arbeitsbereich ein sicherheitsgerechtes Verhalten zu bewirken.

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