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06.11.2026

Featuritis bei der Software: Wenn der Einkauf über die Usability entscheidet

Featuritis bei der Software: Wenn der Einkauf über die Usability entscheidet
www.istockphoto.com; fizkes

Immerhin 70 Prozent der Berufstätigen haben laut einer Bitkom-Studie schon einmal ein technisches Gerät angebrüllt, wenn es nicht funktionierte. Für Stefan Brandenburg, Professor für Allgemeine Psychologie und Human Factors an der TU Chemnitz, ist das kein Zufall: Technikfrust entsteht meist dort, wo »Human Factors« bei der Softwareeinführung zu wenig Beachtung finden. Sein Befund ist unbequem für Entscheider: Wer Software einkauft, arbeitet meist nicht selbst damit. Kaufentscheidungen fallen dann nach Feature-Fülle, Wettbewerbsverhalten oder schlicht dem Preis – nicht nach Eignung für die tägliche Praxis.

Die Folgen sind aus Sicht des Arbeitsschutzes relevant: Mangelnde Usability erzeugt Gefühle von Inkompetenz, senkt Produktivität und Zufriedenheit, kann bei dauerhafter Belastung sogar zur Kündigung führen. Brandenburgs Gegenmittel klingt simpel, wird aber oft ignoriert: eine saubere Anforderungsanalyse, die Beschäftigte von Anfang an einbezieht – schon drei Gespräche reichen für einen menschenzentrierten Ansatz. Hinzu kommt eine stufenweise statt einer schlagartigen Einführung neuer Tools, damit eingespielte Routinen nicht über Nacht wegbrechen.

Sein Rechenbeispiel zeigt die Größenordnung: Spart jede Person durch bessere Software nur zehn Minuten am Tag, ergibt das übers Jahr einen erheblichen Produktivitätsgewinn – ein Argument, das sich auch in Gesprächen mit der Geschäftsführung gut machen dürfte. Originalartikel: Certo vom 01.09.2026

Der Schwerpunkt bei diesem Lösungsansatz betrifft die Software. Aber oft genug spinnt ja auch einfach »nur« die Technik. Im Originalartikel findet sich auch eine Rangliste der fünf häufigsten Technikpannen im Büro samt Zeitaufwand und Tipps, wie sich die Wartezeit für kurze Achtsamkeits- oder Bewegungsübungen nutzen lässt.