Schnelle Hilfe nach einem Trauma
Schwere Arbeitsunfälle hinterlassen nicht nur körperliche Spuren. Wer einen Maschinenunfall erlebt, Zeuge eines Unfalls wird, Erste Hilfe leistet oder am Arbeitsplatz Gewalt oder Bedrohungen ausgesetzt ist, kann eine psychische Störung entwickeln, die ohne frühzeitige Behandlung chronisch wird. Genau hier greift das Psychotherapeutenverfahren der gesetzlichen Unfallversicherung: Betroffene erhalten innerhalb einer Woche einen Therapieplatz bei einem der rund 900 spezialisierten Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im Netzwerk der Unfallversicherungsträger.
Die Zahlen sprechen für die Wirksamkeit: Bei knapp der Hälfte aller Behandelten reichen fünf probatorische Sitzungen aus, rund 30 Prozent kommen mit weniger als zehn weiteren Stunden aus. Nur 10 Prozent entwickeln sich zu Langzeitfällen. 2024 wurden über 9.500 Versicherte abschließend behandelt. Videotherapie ist mittlerweile fester Bestandteil des Verfahrens und sichert auch die Versorgung in ländlichen Regionen.
Die DGUV geht von einer hohen Dunkelziffer nicht gemeldeter traumatischer Ereignisse aus.
Wichtig für Unternehmen: Das Erleben fremder Unfälle oder verbale Gewalt und Bedrohungen werden oft nicht als meldepflichtige Ereignisse erkannt. Dabei besteht der Versicherungsschutz unabhängig davon, ob eine Arbeitsunfähigkeit eintritt oder körperliche Schäden sichtbar sind.
> Quercheck: Haben Sie - und auch Ihre Mitarbeiter - das auf dem Schirm? Sprechen Sie das Thema im Rahmen der Unterweisung und in Mitarbeitergesprächen an.
Quelle: DGUV Kompakt, Ausgabe 2/2026. Der Artikel verweist auf zwei DGUV-Publikationen mit direkter Verlinkung:
- »Meldung von traumatischen Ereignissen« sowie
- DGUV Information 206-017 mit einer Vorlage für einen betrieblichen Notfallplan