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04.09.2026

Wie sich schwere Unfälle bei der Instandhaltung vermeiden lassen

Wie sich schwere Unfälle bei der Instandhaltung vermeiden lassen
Bild mit Hilfe von KI erzeugt.

Wartung gilt oft als das Risiko schlechthin in der Instandhaltung. Die DGUV-Statistik 2023 zeigt aber ein anderes Bild: Wer eine Maschine instand setzt, während sie läuft, geht ein deutlich größeres Risiko ein als jeder, der sie plangemäß wartet.

Andreas Köster, Fachreferent für Maschinen- und Anlageninstandhaltung bei der BGHM, ordnet die Zahlen im Interview ein. Rund 30 Prozent aller Instandhaltungsunfälle entfallen auf die Störungsbehebung, mehr als auf jede andere Tätigkeit.

Drei Faktoren kommen dabei zusammen. Erstens Zeitdruck: Eine Störung kostet Geld, und je länger sie dauert, desto mehr. Zweitens muss die Maschine oft weiterlaufen, damit sich der Fehler überhaupt eingrenzen lässt, und genau in diesen Momenten passieren die schwersten Unfälle. Drittens ist nicht immer qualifiziert, wer die Störung behebt. Verklemmte Werkstücke löst häufig das Produktionspersonal selbst, einfach um schnell weiterarbeiten zu können.

Die BGHM setzt dem ihr Drei-V-Prinzip entgegen: Vorbeugen, Vorbereiten, Verbessern. Regelmäßige Wartung verhindert einen Teil der Störungen von vornherein. Inspektionen decken Fehler frühzeitig auf, lange bevor daraus ein teurer Ungeplanter wird. Standardisierte Abläufe wie die 4-Rang-Methode oder klare Freigabeverfahren sorgen dafür, dass im Ernstfall nicht improvisiert werden muss. Wer den Ersatzteilwechsel vorher übt, ist im echten Stressmoment schneller und sicherer zugleich.

Fazit: Nicht die Wartung zurückfahren, sondern die Störungsbehebung strukturieren, qualifizieren und aus jedem Vorfall lernen. Quelle: BGHM Magazin, Ausgabe 3/2026